Ist doch so einfach… So einfach ist das nicht...

Das Ziel einer Mediation ist im Prinzip ganz einfach und schnell erklärt: Wir arbeiten so lange an unserem Konflikt, bis wir uns alle wieder lieb haben, einen Kompromiss im guten und einen Konsens im besten Falle erreichen. Eine einfache Erklärung für eine höchst komplexe Aufgabe. Wer hat sich nicht schon darüber geärgert, wenn man auf die Bitte nach einer Erklärung als einzige Antwort ein lapidares "Das ist halt so und aus!" bekommt. Oder einfach nur Schweigen?! Dort setzt meine Mediation an, das ist eines meiner Ziele: "Warum ist das für Sie so, Wie haben Sie das erlebt, Was haben Sie dabei gefühlt!?"

Eine obdachlose Hecke...

Nehmen wir zum Beispiel so eine einfach anmutende Sache wie eine Gartenhecke die auf dem Grundstück des einen Nachbarn zu hoch wächst, und kein Tageslicht für den anderen Nachbarn durchlässt. Man diskutiert, man beginnt darüber zu streiten, und dann bemüht man Gutachter und Gerichte. Sie werden sich jetzt denken, das ist ein wenig übertrieben? Nein, tatsächlich geschehen, und der Tageslichtfanatiker wird sein Haus abreißen müssen, weil man im Zuge der Verhandlungen einige Ungereimtheiten beim Bau des Hauses und bei der Vermessung der Grundstücksfläche gefunden hat. Ich denke, dass man an diesem Beispiel sehen kann was passiert, wenn man mit einer "Brechstange" als Konfliktlösung seinem Gegenüber begegnet. Wäre es nicht besser gewesen bereits im Vorfeld während einer Mediation bei mir zu erfahren, dass die Hecke deshalb so hoch ist, weil der Nachbar, seines Zeichen`s bekennender Nudist, gerne nackt in seinem Swimmingpool schwimmt, und dieses gerne unbeobachtet machen möchte? Hätte man das Bedürfnis nach Intimität einerseits und das Bedürfnis nach Tageslicht andererseits nicht versuchen können anzugleichen? Ein Konsens durch Annäherung der Bedürfnisse? Hecke auf ein erträgliches Maß gestutzt und Fenster mit lichtdurchlässiger Sichtschutzfolie beklebt?

Mausi wird zum Trampel...

Wahrscheinlich aber war die Hecke nur die Spitze eines über Jahre gewachsenen Konflikt-Eisbergs, eventuell gab es schon ältere und tiefere Verletzungen, die in der "Causa Hecke" ihren Ausdruck fanden. Sehr oft schwelen Konflikte lange im Verborgenen, und entladen sich an einer Episode oder Handlung, die dann als Vorwand genommen wird, um mal so richtig "Dampf abzulassen". Bei meinen Mediationen versuche ich, natürlich nur mit Zustimmung der Klienten, mich immer auch ein wenig mit der Vergangenheit zu beschäftigen, obwohl natürlich das Hauptaugenmerk auf die Zukunft gerichtet ist. Aber um zu verstehen, warum aus dem "Mausilein" zum "Trampel" wird, kommt man nicht umhin, sich als Klient selbst zu fragen woher das kommt! Wann habe ich mich verletzt gefühlt, wie wenig Aufmerksamkeit hat man mir für mein Bemühen entgegengebracht und warum sehe ich mein Gegenüber heute so. Es erfordert Mut und viel Kraft um einen Konflikt aufrecht zu erhalten, mit dem Ergebnis, dass man traurig ist und unverstanden bleibt. Nehmen sie doch diesen Mut und diese Kraft, arbeiten Sie mit mir an Ihrem Konflikt, und sehen Sie sich als Ziel in Ihrer wertvolleren Zukunft in der Sie wieder fröhlich und zuversichtlich die Hauptrolle spielen.

Auf zur Mediation in Reinkultur...

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Je früher Sie bei einem Konflikt eine Mediation andenken, desto besser. Eine alte Mediatorenfaustregel besagt, dass man zur Lösung eines Konflikt mindestens solange braucht, wie für seine Entstehung. Wir werden nicht alle Unklarheiten, die über einen langen Zeitraum Ihr Handeln bestimmt haben innerhalb einiger Sitzungen aufarbeiten können, aber bei mir lernen Sie Taktiken, Lösungs- und Vermeidungstechniken, um später auch ohne meine Hilfe gemeinsam oder alleine weiterhin an Ihrem Konflikt arbeiten zu können. Sie entscheiden ab wann Ihr Leidensdruck zu hoch ist, ich bin für Sie da, Ihr eingetragener Mediator Thomas Katona.

Zitat

„Ich kann dir wie ein Arzt heilsame Medizin verschreiben, aber einnehmen mußt du sie selbst"

Dalai Lama